Abu Raihan Al-Biruni (973-1048)

Abu Raihan Al-Biruni (973-1048)

Abu Raihan Muhammad ibn Ahmad Al-Biruni war ein choresmischer Universalgelehrter, der am 4. September in der damaligen choresmischen Hauptstadt Kath (unweit von Chiwa) geboren wurde. Er war als Mathematiker, Kartograf, Astronom, Astrologe, Philosoph, Pharmakologe, Mineraloge, Historiker und Übersetzer bekannt.

Schon in jungen Jahren bestimmt al-Biruni selbständig die geographische Breite seiner Geburtsstadt. Die Kugelform der Erde war für ihn selbstverständlich. Er baute einen Erdglobus auf dem er die Position der Städte ein, welche entweder durch astronomische Verfahren berechnet oder basierend auf Entfernungsangaben von Reisenden abgeleitet wurde.

Während die geographische Breite eines Ortes leicht aufgrund des Sonnenstands berechnet werden konnte, stellte die Berechnung der geographischen Länge die Wissenschaftler vor Probleme. Al-Biruni folgte dem Ansatz der antiken Griechen und nutzte Mondfinsternisse, die gleichzeitig an verschiedenen Orten gesehen wurde. Dafür arbeitete er mit dem Astronomen Abu I-Wafa al-Buzdjani aus Bagdad zusammen. Gemeinsam bestimmten sie die Differenz der Ortszeiten auf genau eine Stunde und lagen damit nur fünf Minuten unter dem effektiven Wert. Dadurch legten Sie die Differenz der geographischen Länge auf 15 Grad fest (den 24. Teil eines Kreises).

Ein weiteres Forschungsgebiet Al-Birunis war die Grösse der Erde. Er nutzte eine antike Griechische Methode zur Bestimmung eines Breitengrades und entwickelte eine eigene Methode zur Berechnung des Erdradius. Sein Wert von 6’339,6km weicht dabei weniger als 40km vom heute geltenden Wert ab.

Aufgrund der politischen Wirrungen der Zeit musste al-Biruni mehrfach umziehen und lebte nicht nur auf dem Gebiet des heutigen Iran und an der Küste des Kaspischen Meeres, sondern zeitweise auch in Indien, wo er Sanskrit lernte und fortan zahlreiche arabische und griechische Werke ins Sanskrit übersetzte; unter anderem Euklids «Elemente».

Al-Biruni verfasste über 140 Werke mit einem Gesamtumfang von geschätzt 13’000 Seiten. Erhalten geblieben sind unter anderem Werke über Astronomie, ein Verzeichnis von Heilpflanzen, ein Buch über Mineralien und ein Werk zur Geschichte Indiens. Viele dieser Werke waren im Westen lange Zeit unbekannt und entsprechend liegt bis heute keine vollständige Übersetzung in Englisch oder Deutsch vor.

Al-Biruni starb am 9. Dezember 1048 in Ghazna im heutigen Afghanistan. Er wurde posthum mehrfach geehrte, unter anderem wurde 1958 eine Stadt in der Nähe seines Geburtsortes in Beruniy umbenannt (im heutigen Karakalpakstan). Ausserdem wurde ein Mondkrater nach dem Wissenschaftler benannt. In Urgench kann eine Statue von Al-Biruni besichtigt werden.


Besuchen Sie Choresmien, die Heimat von al-Biruni: Auf unserer Reise ins antike Choresmien besuchen Sie unter anderem verschiedene alte Festung. Lesen Sie ausserdem mehr über unsere Rundreisen.