Chashma Ayub Mausoleum

Der heilige Ayub ist sowohl im Islam, wie auch im Christentum (unter dem Namen Hiob) bekannt. In Usbekistan gibt es zwei Mausoleen, die Hiob gewidmet sind: eines in Vabkent, ausserhalb von Buchara und das berühmtere Chashma-Ayub Mausoleum in Buchara selbst.

Der Legende nach war Hiob ein reiner und gerechter Mensch. Für sein rechtschaffenes Leben gab Gott ihm Vieherden, Ehre und Frieden in der Familie, mit sieben Söhne und drei Töchter. Vom Teufel verleitet begann Gott zu zweifeln, ob Hiob in seinen Gebeten weiterhin so dankbar und fleissig sein würde, wenn ihm alles genommen würde. Gott beschloss, den Glauben und die Geduld der Gerechten auf die Probe zu stellen und so verlor Hiob all seinen Besitz und seine Kinder an Diebe, Blitzeinschläge und Stürme. Aber Hiob sagte: «Gott gab, Gott nahm». Dann strafte ihn der Teufel mit Lepra, sodass Hiobs ganzer Körper mit eitrigen Geschwüren bedeckt war. Trotzdem sagte Hiob weiterhin «Gott gab, Gott nahm». Im Glauben an die Reinheit Hiobs gab der Herr ihm seinen Reichtum und seine Kinder zurück und befahlt ihm, auf den Boden zu stampfen. Dadurch würde eine Quelle freigelegt aus der er sich waschen solle um wieder gesund zu werden.

Eine weitere Legende berichtet von einem Besuch Hiobs in Buchara. Zu dieser Zeit litten die Menschen unter einer langen Trockenheit. Sie baten Hiob um Hilfe. Dieser begann zu beten und trat auf den Boden, wodurch eine Wasserquelle entstand, welche den Einheimischen Erlösung brachte. Der Begriff Chashma bezeichnet die heilige Quelle.

Das Gebäude selbst ist rechteckig aufgebaut mit einer Grundfläche von ca. 21 mal 14 Metern. Es besteht aus vier Räumen, welche in unterschiedlichen Epochen zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert erbaut wurden. Jeder Raum ist mit einer Kuppel überwölbt, an denen man den architektonischen Geschmack der jeweiligen Epoche gut erkennen kann. Auf eine Dekoration wurde fast gänzlich verzichtet, was das Gebäude puristisch wirken lässt. Entgegen seines Namens befindet sich die Grabstätte Hiobs aber nicht hier. Im Innern befindet sich ein Brunnen, dessen Wasser als heilend gilt.

Das Mausoleum liegt am Rande der Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft eines Basars, wo Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfes aber auch elektronische Geräte verkauft werden. Auf der anderen Seite des Gebäudes beginnt der Samaniden-Park, wo auch das Mausoleum von Ismail Samani liegt. Heute ist das Gebäude ein Wassermuseum, das die Wasserversorgung Bucharas in der Antike und ihre Veränderungen bis heute zeigt.

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