Das Erdbeben von Taschkent 1966

Taschkent liegt in einer seismischen Zone. Das letzte verheerende Erdbeben ereignete sich am 26. April 1966 um 5:23 Uhr Ortszeit. Nach offiziellen Angaben starben 8 Menschen, etwa 150 wurden verletzt und über 300’000 Personen wurden obdachlos. Die Magnitude des Bebens betrug 5.2 Punkte auf der Richterskala und die seismische Wirkung im Epizentrum überstieg 8 Punkte auf eine 12-Punkte-Skala der seismischen Intensität. Das Epizentrum befand sich in einer Tiefe von 3 bis 8 Kilometer unterhalb des Stadtzentrums. Das Hauptbeben dauerte 11 Sekunden, zusammen mit den Nachbeben sollen es zu etwa 1’000 Erdstössen gekommen sein.

Die geringe Opferzahl wird vor allem damit begründet, dass es praktisch ausschliesslich zu vertikalen Erdstössen kam, die zwar die Bausubstanz massiv schädigten, die Gebäude aber nicht einstürzen liessen. Viele der Verletzten sollen auch nicht durch Trümmerzeile zu Schaden gekommen, sondern in Panik aus oberen Stockwerken gesprungen sein.

Kurz nach dem Erdbeben besuchte der damalige Staatschef der Sowjetunion, Leonid Breschnew, die Stadt. Er versprach sofortige Hilfe und liess einen Plan für den Wiederaufbau entwickeln. Den Planern kam dabei zugute, dass bereits zuvor ein Plan bestand, die Stadt komplett umzubauen, welcher als Grundlage verwendet werden konnte.

Innerhalb von nur 3.5 Jahren wurde Taschkent komplett rekonstruiert. Insgesamt wurden in dieser Zeit rund 1 Million Quadratmeter Wohnungen, Schulen, soziale, kulturelle und administrative Einrichtungen gebaut. Viele Ingenieure und Baumeister kamen aus verschiedenen Teilen der Sowjetunion, um Taschkent wiederaufzubauen. Nach Abschluss der Arbeiten beschlossen viele von Ihnen, in Taschkent zu bleiben und wurden zusammen mit ihren Nachkommen zu Einheimischen. Dadurch entwickelte sich Taschkent zu einer multinationalen Stadt mit vielen verschiedenen ethnischen Gruppen.

Durch die neuen Gebäude vergrösserte sich die Stadt im Zuge des Wiederaufbaus um fast das Doppelte. Strassen wurden vorausschauend geplant und grosszügig angelegt, wodurch der Verkehr auch heute noch in Stosszeiten relativ flüssig läuft. Es wurden zudem viele Bäume gepflanzt, was Taschkent zu einer grünen Stadt macht.

Im Epizentrum des Erdbebens wurde das Denkmal des Mutes errichtet. Im Vordergrund steht ein schwarzer Würfel, der in zwei Hälften geteilt ist. Auf der einen Seite des Würfels steht das Datum und auf der anderen Seite die Zeit des Erdbebens. Das Denkmal stellt auch eine Familie, eine Frau mit Kind und einen Mann dar, die sich gegen das Unheil wehren. Hinter dem Denkmal befindet sich eine Stele, welche die Hilfe für Taschkent aus allen Republiken der ehemaligen Sowjetunion darstellt.



Sehenswürdigkeiten

Barakhan Medrese

Islamisches Institut von Imam Al-Bukhari

Kukeldasch Medrese in Taschkent

Khast-Imam Komplex

Khast-Imam Moschee

Ming-Uryuk

Osmanische Koran

Qaffal al-Shashi Mausoleum

Tilla Sheikh Moschee


Sonstiges

Alisher Navoi Theater

Das Erdbeben von Taschkent 1966

Taschkent Metro


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