Kalon Minarett – Buchara

Das ca. 47 Meter hohe Kalon Minarett ist eines der Wahrzeichen von Buchara und Teil des Poi Kalon Ensembles. Es stammt aus vormongolischer Zeit und war ursprünglich Teil einer Moschee, welche unter Muhammad Arslan Khan am Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Moschee selbst wurde während der Invasion durch die Mongolen zerstört, allerdings soll Dschingis Khan vom Minarett so beeindruckt gewesen sein, dass er es verschonte.

Ein Vorläufer des Kalon Minaretts soll bereits im 11. Jahrhundert gebaut worden sein und bestand teilweise aus Holz. Bei einer Belagerung brannte es ab und wurde durch einen weiteren Bau ersetzt, der jedoch aufgrund mangelnder Fundamentierung einstürzte.  Mit dem Bau des Kalon Minaretts wurde der Architekt Usto Bako beauftragt, der mit grösster Vorsicht arbeitete. Zuerst liess er ein 10 Meter tiefes Fundament legen und liess es zwei Jahre lang ruhen, bis es gefestigt war. Der Legende nach soll er während dieser Zeit aus Buchara weggezogen sein, damit ihn niemand zwingen konnte, zu früh weiterzuarbeiten. Erst danach stellte er das Gebäude fertig.

Einer weiteren Legende nach war Bako mit dem Bau unzufrieden und soll davon ausgegangen sein, dass auch dieses Minarett einstürzen werden. Deshalb soll er darum gebeten haben, exakt 47 Meter vom Minarett entfernt bestattet zu werden. Dadurch würde ihm die Spitze auf den Kopf fallen (als eine Art postmortale Bestrafung) wenn das Minarett einstürzt.

Bakos Sorgen waren jedoch unbegründet: Das Minarett hat während 9 Jahrhunderten Kriegen und Naturkatastrophen getrotzt. Einzig als die Bolschewiken Buchara 1920 eroberten, wurde das Minarett durch Warnschüsse leicht beschädigt.

Das Minarett weist eine für Zentralasien und den Iran typische Bauform auf. Es ist ein runder, steiler Turm, der sich nach oben hin verjüngt. Der Sockeldurchmesser beträgt mehr als 10 Meter. Der Eingang kann vom Dach der Kalon Moschee über eine kleine Brücke erreicht werden. Im Innern führt eine Wendeltreppe mit 105 Stufen nach oben.

Das Gebäude besteht ausschliesslich aus Ziegeln. Dekoriert wurde das Minarett durch umlaufende Bänder mit geometrisch unterschiedlich gesetzten Ziegeln. Insgesamt gibt es 14 solcher Bänder mit unterschiedlicher Höhe und verschiedenen Motive. Die gesamte Dekoration wird ausschliesslich durch Grösse und Art der Ziegelsetzung erzielt. Ein einzelnes Band im oberen Teil bildet die Ausnahme: dort wurden glasierte Ziegel in Blautönen verwendet. Damit ist das Kalon Minarett eines der frühesten Beispiele für die Verwendung von Farbe zur Dekoration von Bauten in Zentralasien.

Das Minarett erfüllte mehrere Funktionen: neben der klassischen Aufgabe für den Gebetsruf diente das Minarett auch als Wachturm. Ausserdem war es aufgrund seiner Grösse ein weit sichtbares Zeichen: In der Nacht wurde auf der Spitze jeweils ein Feuer entzündet, das den Handelskarawanen der Seidenstrasse den Weg nach Buchara wies.

Obwohl das Minarett neben einer noch aktiv genutzten Moschee liegt, wird es heute nicht mehr für den Gebetsruf genutzt.


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