Mir-i Arab Medrese – Buchara

Die Mir-i Arab Medrese ist Teil des Poi Kalon Ensembles und ist der Kalon Moschee im Kosh-Prinzip gegenübergestellt. Erbaut wurde Sie im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft von Ubaydulla Khan, welcher aus der Dynastie der Schaibaniden stammt. Sie ist eine der berühmtesten Medresen Usbekistans und die zweitgrösste Medrese Bucharas.

Der Name Mir-i Arab bedeutet übersetzt «Der Prinz der Araber» und bezieht sich auf Scheich Abdullah Yamani. Ursprünglich aus dem Jemen stammend gewann Yamani in Buchara an Einfluss und wurde schliesslich zum spirituellen Berater des Khans. Dieser stellte Yamani die finanziellen Mittel zur Verfügung, eine Koranschule zu bauen. Der Legende nach soll das Geld nicht aus Steuer- oder Zolleinnahmen, sondern aus dem Verkauf von 3’000 Kriegsgefangenen in die Sklaverei stammen.

Der Bau folgt dem klassischen usbekischen Stil. Das Gebäude ist rechteckig aufgebaut und hat eine Fläche von 73 auf 55 Meter mit einem Innenhof (37 auf 33 Meter). Der Innenhof ist umgeben von Zellen («Hujra») auf zwei Stockwerken. Insgesamt hat die Medrese 114 solcher Zellen. Das hohe Eingangsportal ist bemerkenswert und mit Mosaiken und Majolika schön dekoriert. Direkt links und rechts nach dem Eingang befinden sich zwei grosse Säle: einer wird als Moschee genutzt, während der andere ein Mausoleum für Scheich Abdullah Yamani sowie für Ubaydulla Khan und seine Angehörigen ist.

Auch der Innenhof ist reich dekoriert mit glasierten Kacheln, welche in Blautönen gehalten sind.

Zu Beginn der Sowjetzeit wurde die Medrese geschlossen, aber im Jahre 1946 wiedereröffnet. Sie wird auch heute noch zur Ausbildung junger Männer genutzt. Um aufgenommen zu werden, müssen die die obligatorischen neun Schuljahre abgeschlossen werden. Zudem müssen die Kandidaten eine Aufnahmeprüfung bestehen. Pro Jahr werden nur 24 Bewerber aufgenommen. Neben religiösen Fächer umfasst der Unterricht auch alle weltlichen Fächer. Die Ausbildung dauert vier Jahr.

Ein bekannter Student der Medrese war der ehemalige Präsident der russischen Republik Tschetschenien, Achmat Kadyrow. Er studierte von 1980 bis 1982 in der Mir-i Arab Medrese und setzte sein Studium danach bis 1986 am Islamischen Institut in Taschkent fort. Heute ist sein Sohn Ramsan Kadyow Präsident von Tschtschenien.

Da die Medrese immer noch aktiv genutzt wird, dürfen Besucher nur den Eingangsbereich besuchen. Auf Anfrage wird auch das Mausoleum geöffnet und kann besichtigt werden; allerdings gilt dies hauptsächlich für die lokale Bevölkerung, welche an den Gräbern beten möchte. Alle anderen Teile (inkl. des Innenhofs) dürfen nicht besichtigt werden.


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