Nadir Diwanbegi Medrese

Die Nadir Diwanbegi Medrese war ursprünglich als Karawanserei (eine Art Gasthaus für Handelsreisende und ihre Karawanen) gebaut und später in eine Medrese umgewandelt. Der Legende nach Stand das Gebäude kurz vor der Fertigstellung als der Khan durch die Strassen ritt und die «schöne Medrese» lobte. Da sich ein Khan niemals irrte wurde das Gebäude sofort in eine Medrese umgewandelt.

Der Bau wurde von Nadir Diwanbegi, dem Finanzminister und Onkel des damaligen Herrschers Imamkuli Kahn im Jahr 1623 fertiggestellt. Sie ist damit das jüngste Gebäude das Lyabi Hauz Ensembles und der Nadir Diwanbegi Chanaqa im Kosch-Prinzip (zwei sich gegenüberliegende Gebäude) gegenübergestellt. Durch die relativ grosse Distanz zwischen den beiden Gebäuden und der Tatsache, dass sich zwischen ihnen ein Wasserbecken und ein kleiner Park befinden, ist dies optisch aber kaum wahrsnehmbar.

Die Medrese hat eine quadratische Grundfläche mit einer Kantenlänge von etwa 70 Meter. Den Innenhof umgeben auf zwei Stockwerken die Zellen der Studenten. Durch den ursprünglichen Plan, das Gebäude als Karawanserei zu nutzen, fehlen grosse Unterrichtsräume. Die Medrese wurde vermutlich nur als Unterkunft für Studenten genutzt. Allenfalls nutze man zeitweise die grösseren Räume in den Ecken für den Unterricht.

Bemerkenswert ist die äusserst schön dekorierte Fassade, welche mit Mosaiken und Majolika verziert ist. Ungewöhnlich ist die Darstellung: Es werden zwei Simurgen gezeigt, wobei es sich um Riesenvögel aus der persischen Mythologie handelt, welche eine gewisse Ähnlichkeit mit dem im Westen bekannten Phönix aufweisen. Dies ist speziell, da die bildliche Darstellung von Lebewesen an islamischen Bauwerken grundsätzlich nicht erlaubt war.

Die Medrese wurde zwischen 1960 und 1970 renoviert. Heute befindet sich ein Handwerkszentrum im Innenhof, in welchem viele Kunstwerke auf traditionelle Weise hergestellt werden. Abends finden findet im Innenhof jeweils eine Folklore-Show statt, bei welcher nationale Tänze aus verschiedenen Regionen des Landes unter Begleitung traditioneller Instrumente aufgeführt werden.


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