Der Osmanische Koran

In der Antike diente dieses Gebäude als Tekke (einer Art Konvents) für die Derwische des Naqshbandi-Ordens, wurde aber im 19. Jahrhundert in eine Medrese umgewandelt. Heute beherbergt die Bibliothek rund 20’000 Manuskripte, darunter den berühmten Koran des Kalifen Osman.

Das heilige Buch des Korans wurde dem Propheten Mohammed von Allah selbst durch den Erzengel Jebrail (Gabriel) geschickt. Während 23 Jahren übermittelte er Teile des Korans an den Propheten. Zu Lebzeiten Mohammeds war eine schriftliche Erfassung des Korans nicht notwendig, da allfällige Fragen direkt vom Propheten beantwortet werden konnten. Aber in Zeiten der Kalifen kam es zu ersten Meinungsverschiedenheiten, weshalb auf Anweisung des dritten Kalifen Osman (644-656) der ehemalige persönliche Sekretär des Propheten, Zaid ibn Sabit, im Jahre 650 begann, alle Aufzeichnungen des Propheten zu sammeln, um sie in einem Buch zu vereinen. Zur gleichen Zeit sammelten vier weitere Assistenten Aufzeichnungen, befragten Personen und schrieben eigene Versionen des Textes. Danach wurden alle Texte verglichen und zu einem einzigen zusammengefasst, der aufgezeichnet wurde, während alle anderen Entwürfe verbrannt wurden, um Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden.

Im Jahre 656 brachen Rebellen in den Palast des Kalifen ein und erstachen ihn. Der Legende nach las Kalif Osman im Zeitpunkt seines Todes im Koran, wodurch dieser in sein Blut getränkt wurde. Von diesem Moment an galt der Koran von Osman als heilige Reliquie.

Im 15. Jahrhundert wurde der Koran von Osman nach Samarkand gebracht. Der Legende nach war die Reliquie Teil der Kriegsbeute, die Timur aus seiner Kampagne nach Basra in seine Hauptstadt sendete.

Bis 1868 wurde der Koran in Samarkand aufbewahrt. Im Zuge der Eroberung Samarkands durch Truppen des zaristischen Russlands wurde der Koran von Generalmajor Abramov gekauft und an Generalgouverneur Konstantin von Kaufman nach Taschkent überführt, der das Manuskript als Geschenk an die Kaiserliche Bibliothek in St. Petersburg überreichte. Das Manuskript wurde sofort zum Studienobjekt für Orientalisten, welche im Zuge ihrer Forschungen bestätigen, dass der Koran tatsächlich im 7. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Irak geschrieben wurde.

Im Jahre 1917 wurde der Koran von Osman dem Allrussischen Muslimischen Rat übergeben, der sich damals in Ufa befand. Sieben Jahre später wurde das Manuskript zurück nach Usbekistan gebracht und lange Zeit im Geschichtsmuseum von Taschkent aufbewahrt. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Reliquie vom ersten Präsidenten der Republik Usbekistan, Islam Karimov, feierlich an das Oberhaupt der usbekischen Muslime übergeben. Seitdem wird der Koran von Osman in der Mui Muborak Medrese in Taschkent ausgestellt.



Sehenswürdigkeiten

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