Zahiriddin Muhammad Babur (1483-1530)

Zahiriddin Muhammad Babur (1483-1530)

Zahiriddin Muhammad, von seinen Gefolgsleuten Babur («Tiger») genannt, wurde im Jahre 1483 in Andijan geboren und gilt als Gründer des Mogulreiches in Indien. Wie Babur selbst in seinem Buch «Baburnama» schreibt, geht die Linie seines Vaters auf Amir Timur und die Linie seiner Mutter auf Dschingis Khan zurück.

Bereits 1494 stirbt sein Vater Omar Sheikh Mirza und Babur wird zum Herrscher über Fergana. Zu dieser Zeit stritten sich mehrere Sultane und Khane um die Herrschaft über Fergana. Von Kindheit an träumte Babur davon, das Reich seines Vorfahren Amir Timur wieder herzustellen. Zwischen seinem 14. und 24. Lebensjahr kann Babur insgesamt drei Mal Samarkand erobern, verliert die Stadt aber jeweils kurze Zeit später wieder.

Nach der letzten Niederlage im Jahre 1512 zieht sich Babur zu seinem Onkel nach Kabul im heutigen Afghanistan zurück. Schon damals leben dort Dutzende verschiedener Völker und Stämme und Babur führt einige kleinere Feldzüge gegen Stämme im Süden von Kabul. Er übernimmt die Stadt Kandahar und richtet seine Aufmerksamkeit fortan auf das Sultanat Delhi. Im Jahre 1926 kommt es zu einer entscheidenden Schlacht, in welcher der Sultan von Delhi, Ibrahim Lodi, ums Leben kommt. Babur wird zum neuen Herrscher von Nordindien und macht Agra zu seiner Hauptstadt. Dort stirbt er 1530 im Alter von 47 Jahren an der Ruhr. Er wird zuerst in Agra begraben, 17 Jahre später aber, seinem Wunsch entsprechend, in ein Mausoleum in Kabul überführt.

Seine Nachfolger bauten ihre Macht aus, bis das Mogulreich grosse Teile Indiens, Afghanistans, Pakistans und Bangladeschs umfasste. Die Mausoleum-Moschee Taj Mahal wurde im 17. Jahrhundert im Aufgrag von Baburs Urenkel Shah Jahan gebaut.

Die Bezeichnung Mogul leitet sich vom Persischen «Mughul» ab, was «Mongole» bedeutet und damit auf die Herkunft Baburs Bezug nimmt.

Andijan. Usbekistan
Denkmal für Babur in Andijan

Baburnama

Ab dem Zeitpunkt als Babur 1493 Herrscher wurde, begann er, ein Tagebuch zu führen und schrieb seine Memoiren bis zu seinem Tod 1539. Daraus kreierte er ein einzigartiges Buch namens «Baburnama». Er schrieb das Buch in seiner Muttersprache Tschagataisch, dem Vorläufer des heutigen Usbekisch.

Baburs Buch enthält Beschreibungen seiner Territorien, der administrativen Verwaltung, der Kämpfe um das Territorium, seiner Siege und Niederlagen, der Ausbrüche von Rebellionen und ihrer Unterdrückung, Höhen und Tiefen sowie Biographien seiner Eltern und nahen Verwandten. Dazu gehören auch Urteile über Menschen verschiedener Ränge, denen er als Flüchtling, Herrscher, General, Dichter und Kunstexperte begegnete.


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