Schaibaniden (1500-1600)

Schaibaniden (1500-1600)

Buchara Khanat – Herrschaft der Schaibaniden (1500-1600)

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts zerfiel das timuridische Reich aufgrund andauernder innerer Machtkämpfe. Diesen Umstand nutzte die Dynastie der Schaibaniden und drang nach Transoxanien vor.

Die Schaibaniden konnten ihre Ahnenreihe auf den Mongolen Shibani Khan, einen Enkel von Dschingis Khan, zurückverfolgen. Ihren Volksstamm nannten Sie «Usbeken» nach Mohammed Öz Beg Khan, der die Goldene Horde zu ihrer Blütezeit während 30 Jahren führte. Er war es auch, der die Islamisierung des Volkes vorantrieb. Sein Übername «Öz Beg» kommt vermutlich aus dem türkischen für «guter (oder wahrer) Herrscher».

Die Schaibaniden beherrschten im 15. Jahrhundert ein Khanat, welches im westlichen Sibirien resp. nördlichen Kasachstan lag. 1468 wurden die Schaibaniden in einer Schlacht von den Kasachen besiegt und fast alle Mitglieder der Familie wurden getötet. Als einziges Mitglied der Familie überlebte der Enkel des damaligen Herrschers, Mohammed Schaibani. Mit seinen Gefolgsleuten floh er über den Syr Darya und konnte um 1500 Buchara und Samarkand erobern. Bis 1507 gelang es ihm ausserdem, das Fergana Tal sowie Herat unter seine Kontrolle bringen. Nach dem Tod Mohammed Schaibanis im Jahre 1510 übernahm sein Neffe Ubaidullah die Herrschaft. Nachdem er einen Angriff des letzten Timuriden Babur erfolgreich abwehren konnte, festigte er die Macht seines Khanats.

Angriffskriege gegen Persien sowie das Khiva Khanat, welches seit 1612 von einem anderen Zweig der Schaibaniden kontrolliert wurde, blieben zwar erfolglos. Gelichwohl dehnte sich das Khanat in seiner Blütezeit über Gebiete der modernen Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgistan, Afghanistan, Iran und China aus. In Buchara, der Hauptstadt des Reiches, sind bis heutet viele Gebäude aus der Zeit der Schaibaniden erhalten geblieben.