Dschalal ad-Din Manguberdi (1199-1231)

Dschalal ad-Din Manguberdi (1199-1231)

Dshalal ad-Dunja w-d-Din Abu I-Musaffar Mengubirti wird als letzter Choresm-Shah bezeichnet und wird auf dem Gebiet des ehemaligen Choresm als Held vererehrt.

Im Jahre 1199 geboren wuchs er in einer Zeit auf, in der Choresm unter ständigen Angriffen der Mongolen litt. Nachdem das Reich 1220 zerbrochen und sein Vater auf der Flucht verstorben war, wehrte sich der junge Dschalal ad-Din, der älteste Sohn und Trohfolger, gegen den drohenden Verlust des Erbes. Tatsächlich gelingt es ihm, ein Heer Dschingis Khans zu besiegen. Der Grosskahn verlegt daraufhin seine Hauptstreitmacht aus dem Gebiet des heutigen Kasachstan nach Süden, um sich persönlich zu revanchieren. Dschalal ad-Din muss deshalb in Richtung Indien fliehen, wird aber schliesslich von den Mongolen am Ufer des Indus eingeholt wo sein Heer vernichtend geschlagen wird. Dem Shah selbst gelingt die Flucht über den Indus nach Indien, wo er in der Folge im Exil lebt. Es gelingt ihm, wieder eine Streitmacht um sich zu scharen und im Gebiet Punjab und Sindh ein kleines Reich aufzubauen.

Verhandlungen mit dem Sultan von Delhi bleiben erfolglos und als Dschalal ad-Din hört, dass sein Bruder Ghijath ad-Din zum Herrscher über Westpersien geworden war, beschliesst er, nach Persien zu ziehen. Er erobert mehrere Reiche, unterwirft seinen Bruder und konnte danach dann auch noch Aserbaidschan erobern. Gleichzeitig muss er sich aber weiterhin gegen mongolische Angriffe wehren.

Um seine hohen Kriegskosten zu finanzieren, beschliesst er, das reiche Georgien zu überfallen. Nachdem er dem georgischen Heer eine schwere Niederlage zugefügt hat, plündert er 1226 die georgische Hauptstadt Tiflis. Historischen Quellen zufolge sollen dabei 100’000 Einwohner massakriert worden sein.

Nach mehreren Niederlagen gegen die Mongolen im Jahr 1228 versucht sich Dschalal ad-Din mit dem Kalifen von Bagdad zu verbünden. Dieser lehnt die Allianz aber aufgrund früherer Gräueltaten des Choresmiers ab und verbündet sich stattdessen mit den christlichen Georgiern.

Nachdem Dschalal ad-Din nun von mehreren Seiten unter Druck gerät, beginnt sein Reich teilweise zu zerfallen. Die Mongolen fallen mittlerweile auch in Aserbaidschan ein und fügen dem Shah im Jahre 1231 die finale Niederlage zu. Auf der anschliessenden Flucht wird er von Kurdischen Banditen ermordet.

Seine verbleibenden Anhänger wüten weiterhin als Söldnerarmee im Gebiet des heutigen Syrien und können im Jahre 1244 Jerusalem von den Kreuzrittern erobern.

Dschalal ad-Din ging als letzter Choresm-Shah in die Geschichte ein; dies auch deshalb, da die nun Herrschenden Mongolen den Titel Khan verwendeten, welcher schliesslich bis zur Auflösung des Chiwa Khanats in Gebrauch war.

Zu Ehren von Dschalal ad-Din wurde in Urgench eine grosse Statue errichtet. Der Herrscher war auch auf der heute nicht mehr gebräuchlichen 25 Sum-Münze abgebildet.


Machen Sie ein Foto von sich vor der Statue von Dschalal ad-Din: Auf dem Weg vom Flughafen in Urgench nach Chiwa fahren Sie am Denkmal vorbei. Erfahren Sie mehr über unsere Rundreisen.