Andijan

Andijan ist das regionale Zentrum der gleichnamigen Provinz und liegt im Fergana Tal, 45 km von der Grenze zu Kirgistan entfernt. Die Entfernung zur Stadt Fergana beträgt 100 km, die kirgisische Stadt Osh liegt 50 km entfernt.

Seit dem 3. Jahrhundert vor Christus befand sich auf dem Gebiet des Fergana Tals ein reiches und dicht bevölkertes Land namens Dawan, das aus 70 Städten bestand, welche von der Hauptstadt Ershi dominiert wurden. Ershi liegt etwa 30 km vom modernen Andijan entfernt und wurde im Laufe der Zeit in Mingtepa (hergeleitet aus dem usbekischen für «Tausend Hügel») umbenannt. Es war eine wichtige Handelsstadt, durch welche die Seidenstrasse führte.

Im 2. Jahrhundert vor Christus besuchte der chinesische Diplomat Zhang Qian das Reich Dawan und erstellte einen ausführlichen Bericht über seine Reise. Das Hauptaugenmerk der Chinesen lag dabei auf der lokalen Pferderasse Argamak. Diese sehr elegante und ausdauernde Rasse «schwitzte» Blut, was für die Chinesen ein Beleg der himmlischen Herkunft dieser Pferde war. Nach zahlreichen Kriegen mit ihren Nachbarn hatten die Chinesen einen Mangel an Pferden und waren deshalb sehr interessiert. Moderne Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Ursache für diesen blutigen Schweiss Parasiten waren, die unter der Haut der Pferde lebten.

Nach archäologischen Angaben war Andijan schon vor mehr als 2’500 Jahren bewohnt. Es gibt verschiedene Versionen zur Herkunft des Namens. Wahrscheinlich geht er auf den usbekischen Stamm der «Andi» zurück.

Die Stadt ist eng mit dem Namen Zahiriddin Babur verbunden. Der Urenkel von Amir Timur und Gründer des Mogulreiches in Indien wurde in Andijan geboren.

Andijan war Teil des Kokand Khanats. Durch den Bau der Eisenbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt zum wirtschaftlichen Zentrum des gesamten Fergana Tals.

Im Dezember 1902 bebte die Erde in Andijan. Das Beben hatte eine Stärke von 6.7 bis 9 auf der Richterskala; noch einen Monat später kam es zu Nachbeben. Etwa 4’500 Menschen wurden getötet und 30’000 Häuser zerstört.

Heute ist Andijan eine der grössten Städte Usbekistans mit einer gut entwickelten Landwirtschaft und Industrie. In Asaka, einer Stadt in der Provinz Andijan, befindet sich ein Automobilwerk von General Motors mit einer Kapazität von rund 250’000 Autos pro Jahr. Viele Autos der Marke Ravon werden nach Russland und unter der Marke Chevrolet in andere ehemalige GUS-Staaten exportiert.

Klima in Andijan

Andijan ist umgeben von Ausläufern des Tian Shan und des Pamir-Gebirges. Die Winter sind in der Regel mild und kurz. Die Winde sind im Vergleich zum westlichen Teil des Fergana Tals schwach. Die Sommer sind weniger heiss als in Mittel-, West- und Südusbekistan. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag liegt bei 232 mm. Aufgrund des Klimas und der fruchtbaren Böden wachsen in Andijan viele wärmeliebende Pflanzen.

Flugverbindungen: Andijan hat einen eigenen Flughafen, von welchem lokale Verbindungen nach Taschkent und internationale Verbindungen nach Russland angeboten werden.

Eisenbahnverbindungen: Es existiert eine direkte Verbindung nach Taschkent. Die Fahrzeit beträgt 6 Stunden und der Zug hält unterwegs in Margilan, Kokand und Pap. Die Fahrt mit einem Auto dauert fast gleich lang, weshalb sich der Zug aufgrund des grösseren Komforts anbietet.

Interessante Fakten über Andijan

  • Bevölkerung: Während der Sowjetzeit verdreifachte sich die Bevölkerung in Andijan. Die Region galt als die am dichtesten bevölkerte Provinz der ganzen UdSSR. Der Grund liegt in der kleinen Fläche der Provinz; diese macht nur etwa 1% der Gesamtfläche Usbekistans aus, gleichwohl leben hier 10% der usbekischen Bevölkerung.

Allgemeine Informationen:

  • Einwohnerzahl der Stadt Andijan: ca. 500’000 (Stand 2019)
  • Einwohnerzahl inklusive Agglomeration: ca. 675’000 (Stand 2019)
  • Bevölkerungsdichte der Stadt Andijan: 5’750 Personen pro km2
  • Fläche der Region Andijan: 4’240 km2
  • Einwohnerzahl der Provinz Andijan: ca. 3 Millionen (Stand 2019)
  • Bevölkerungsdichte der Provinz Andijan: 703,3 Personen pro km2

Traditionelle Gerichte in Andijan

Eine Perle der andijanischen Küche ist Dimlama. Der Begriff stammt vom usbekischen «dimlamok» ab, was Eintopf bedeutet. Das Gericht Dimlama ist geschmortes Lammfleisch mit saisonalem Gemüse.