Gijduvan

Die Stadt Gijduvan liegt in der Provinz Buchara, etwa 50km entfernt von der Stadt Buchara. Die Stadt liegt an der Seidenstrasse und wird seit dem 10. Jahrhundert in historischen Quellen erwähnt. Allerdings ist bekannt, dass die Siedlung bereits vor der arabischen Invasion im 8. Jahrhundert existierte.

Die Stadt ist vor allem berühmt für das Mausoleum des berühmten Sufi Abdukholik Gijduvani, welcher im 12. Jahrhundert die Sufi-Bruderschaft von Khojagon gegründet hat. Der Sufismus war in Zentralasien sehr verbreitet, und die Sufi-Ordnungen spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Gesellschaft. Gijduvani ist einer der 7 Heiligen von Buchara, genannt «Pir», deren Mausoleen besucht werden können; eine bei Einheimischen sehr beliebte Pilgerreise. In der Nähe seines Grabes wurde im 15. Jahrhundert eine der drei Medresen von Ulugbek gebaut.

Gijduvan gilt als Zentrum der Stickerei (Suzani) und der Keramik. Stickereien sind grundsätzlich in ganz Usbekistan beheimatet, die Schule der Gijduvan-Stickerei hat aber ihre eigenen markanten Ornamente und natürlichen Farben, die in der Region verwendet werden.

Dank der Bemühungen von Ibodullo Narzullaev verschwand die Keramikkunst Gijduvans auch im Industrialismus der Sowjetzeit nicht. Die traditionellen Farben dieser Schule sind Braun, Gelb und Grün. Die Muster, welche die Produkte schmücken, haben eine Jahrhunderte alte Tradition und werden von Generation zu Generation weitergegeben.

Heute betreiben die Söhne von Ibodullo Narzullaev, Abdullo und Alisher zwei grosse Keramikwerkstätten in der Stadt. Beide Werkstätten haben ihr eigenes, kostenloses Keramikmuseum, in welchen man Produkte mit verschiedenen Verzierungen wie Ornamente und Blumen aus verschiedenen Regionen Usbekistans besichtigen kann. Der Prozess der Keramikherstellung wird detailliert erklärt und dargestellt. Natürlich dürfen auch Galerien nicht fehlen, in welchen Touristen ein Souvenir erstehen können.

Die Narzullaevs haben sich ausserdem eine alte Technik angeeignet, bei welcher die Glasur der Produkte rein pflanzlich hergestellt wird. Dieser Prozess stellt sicher, dass Nahrungsmittel bedenkenlos von den Keramiktellern konsumiert werden können.

Neben den Gebrüdern Narzullaev gibt es weitere Töpfer in der Stadt, welche sich aber vor allem auf Haushaltsgegenstände, wie zum Beispiel Lehmöfen (Tandoor) und Blumentöpfe spezialisiert haben und ihre Produkte hauptsächlich an die lokale Bevölkerung verkaufen.

In Usbekistan finden Sie auf den Basaren und in den Souvenirläden eine grosse Menge an blauer Keramik aus dem Fergana Tal, während Gijduvan-Produkte nicht so weit verbreitet sind. Der Grund dafür ist, dass es heute in Gijduvan nur noch zwei Töpfereien gibt, während im Fergana Tal mehrere hundert existieren.

Flugverbindung: Gijduvan hat keinen eigenen Flughafen. Die nächsten Flughäfen liegen in Buchara (50 km entfernt) oder in Navoi (70 km entfernt).

Eisenbahnverbindung: Es gibt keinen Bahnhof in Gijduvan. Die nächsten Bahnhöfe liegen in Kagan (neben Buchara, 60 km entfernt) oder in Navoi (70 km entfernt).

Interessante Fakten

  • Einwohnerzahl: ca. 55’000
  • Höhe über Meer: 260 m

Traditionelle Gerichte

Gijduvan ist bekannt für seine Schaschlik-Spiesse. Aufgespiesst werden kleine Fleischstücke, die zuvor in einer speziellen Mischung mariniert werden. Zusätzliche Fettstücke verleihen dem Schaschlik einen noch besseren Geschmack. Einheimische fahren teilweise sogar von Buchara nach Gijduvan, um eine Portion (bestehend aus vier Spiessen) zu geniessen.


Sehenswürdigkeiten in Gijduvan

Ulugbek Medrese in Gijduvan


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