Karshi

Die Stadt Karshi ist das Verwaltungszentrum der Provinz Kashkadarya. Die Provinz liegt im Becken des Kashkadarya-Flusses, am westlichen Rand des Pamir-Alay-Gebirges. Der grösste Teil des Gebietes wird von der Karshi-Steppe bedeckt. Die Steppe wird durch den Kashkadarya-Fluss und den Karshi Kanal bewässert.

Die Geschichte der Stadt Karshi geht auf die alte Siedlung Erkurgan zurück, deren Überreste sich etwa 10 km nördlich der modernen Stadt befinden. Während man ursprünglich davon ausging, dass die Stadt etwa im 6. Jahrhundert vor Christus gegründet wurde, belegen Ausgrabungen aus dem Jahr 2006, dass bereits im Zeitraum zwischen dem 10. und dem 7. Jahrhundert vor Christus eine Siedlung existiert haben muss. Unter der zuvor bekannten Stadtmauer aus dem 6. Jahrhundert vor Christus fand man unter anderem die Überreste einer etwa 200 Jahre älteren Mauer. Die Gestaltungsmerkmale dieser Mauer weisen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu der alten Stadtmauer von Afrasiab (im heutigen Samarkand) auf. Die Grösse der Siedlung wird auf etwa 40 Hektar geschätzt.

Einer der frühesten Funde in den Ruinen von Erkurgan ist der Dakhma, auch «Turm des Schweigens» genannt, welcher den Zoroastriern als Stätte für Himmelsbestattungen diente. Die Leichen wurden in den Dakhma gelegt, um die Knochen vom Fleisch zu trennen. Die Gebeine wurden später eingesammelt und in speziellen Beinhäusern aufbewahrt. Der Dakhma von Erkurgan war ein etwa 11-12 Meter hoher Turm.

Im Zentrum von Erkurgan wurde ein Tempel mit Fresken, Skulpturen und Schmuck entdeckt, welcher etwa im 3. Jahrhundert nach Christus gebaut wurde.  Die Wände des Heiligtums waren mit bunten Fresken verziert. Wissenschaftler vermuten, dass diese als eines der frühesten Beispiele für monumentale Kunst älter sind als die Fresken von Samarkand.

Erkurgan war eine der grössten und wohlhabendsten Städte des antiken Sogdiana. Bei der Eroberung durch Turkvölker wurde die Stadt weitestgehend zerstört.

Das gesellschaftliche Zentrum der Stadt ging danach auf eine stark befestigte feudale Burg an der Stelle der heutigen Siedlung Shulluktepa über. Diese Stadt wurde Nakhshab oder Nasaf genannt. Im Zuge der Kampagnen von Dschingis Khan wurde aber auch diese Stadt in Mitleidenschaft gezogen. Etwa 100 Jahre später liess der damalige Herrscher Khan Kebek eine Residenz bauen, welche etwa 12-14 km von Nasaf entfernt lag. Diese Residenz wurde Karshi genannt, was «Palast» bedeutete. Im Laufe der Zeit zogen immer mehr Bewohner in die Nähe der Residenz, bis schliesslich eine ganze Stadt entstand. Nasaf dagegen verlor an Bedeutung und wurde schliesslich aufgegeben.

Flugverbindungen: Karshi hat einen eigenen Flughafen, von welchem lokale Verbindungen nach Taschkent und internationale Verbindungen nach Russland angeboten werden. Durch tiefe Gebühren für Fluggesellschaften hofft die Regierung, Anbieter aus dem Billigsegment anlocken zu können.

Eisenbahnverbindungen: Karshi ist an das Hochgeschwindigkeitsnetz mit täglichen Zügen nach Samarkand und Taschkent angeschlossen. Es gibt ausserdem reguläre Verbindungen nach Termez.

Allgemeine Informationen

  • Einwohnerzahl der Stadt Karshi: ca. 260’000 (Stand 2019)
  • Einwohnerzahl der Provinz Kashkadarya: ca. 3 Millionen (Stand 2019)
  • Höhe über Meer: 386  m
  • Natürliche Ressourcen: In der Region um Karshi finden sich grössere Reserven von Erdgas und Öl

Traditionelle Gerichte

Karshi ist bekannt für Umakay Jiz. Das Gericht stammt ursprünglich aus dem kleinen Ort Umakay in der Provinz Kashkadarya und wird mit mariniertem Lammfleisch zubereitet. Dazu werden üblicherweise Kartoffeln und frische Zwiebeln gereicht. Wer auf seiner Reise Karshi nicht besucht, kann das Gericht aber auch in Samarkand probieren, wo es in vielen Restaurants angeboten wird. Das Gericht wird dort zudem in Variationen mit Rindfleisch oder Huhn zubereitet.