Kokand

Die Stadt Kokand (auch bekannt als Qo’qon) ist eine historische Stadt im usbekischen Teil des Fergana Tals. Sie liegt etwa 100 km von der Stadt Fergana und 240 km von Taschkent entfernt.

Die Geschichte der Stadt reicht mehr als 2’200 Jahre zurück. In der Antike war die Stadt als «Hokand», «Havokent», «Havokin» oder «Hukan» bekannt. Im Usbekischen klingt der Name nach «Hukand»; die Einheimischen nennen ihre Stadt «bezauberndes Hukand».

Durch ihre Lage an der Seidenstrasse profitierte die Stadt schon früh vom Handel mit China. Kokand war berühmt für Metallprägungen, Holzschnitzereien, Schmuck, Töpfereien, Stickereien und Blockdrucken.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das Gebiet des heutigen Usbekistans in zwei Staaten aufgeteilt: das Khiva Khanat (auch als Choresmien bekannt) und das Bukhara Emirat. Obwohl beide Khanate ursprünglich von den Schaibaniden gegründet wurden, herrschte zwischen den beiden Reichen ein fortwährender Kampf um Macht und Ländereien. Das Fergana Tal gehörte damals zum Buchara Emirat; allerdings war der Khan zu sehr mit den Streitigkeiten im Westen beschäftigt, als dass er sich um das Gebiet hätte kümmern können. Diesen Umstand nutzte Shahrukh-Biy, ein Angehöriger des usbekischen Ming-Stammes, und übernahm 1709 die Herrschaft über das Fergana Tal. Er wählte Kokand, das zu dieser Zeit eine eher unbedeutende Kleinstadt war, als seine Hauptstadt und baute es entsprechend aus. Der neu gegründete Staat wurde dadurch zum Kokand Khanat. Seinen Höhenpunkt erreichte der Staat in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als er Teile Usbekistans, Tadschikistans, Kirgisistans, Südkasachstans und der heute autonomen Republik Xinjiang in China (früher Ostturkestan genannt) umfasste. Während dieser Zeit war das Kokand Khanat das grösste der drei Reiche auf usbekischem Boden.

Das Kokand Khanat existierte von 1709 bis 1876. Während dieser Zeit waren hier 28 Herrscher (Khane) an der Macht; viele davon regierten nur einige Monate oder gar nur einige Tage. Viele Herrscher wurden von ihren Nachfolgern ermordet. Angesichts der inneren Machtkämpfe fiel es den Truppen des zaristischen Russlands unter der Führung von General Skobelev leicht, das Gebiet im Jahre 1876 zu erobern. In der Folge wurde das Khanat aufgelöst und die Region Teil des Generalgouvernements Turkestan.

Laut der Volkszählung des Russischen Reiches von 1897 betrug die Bevölkerung von Kokand zu dieser Zeit 81’354 Menschen.

Das moderne Kokand ist zwar ein Hauptverkehrsknotenpunkt im Fergana Tal, hat darüber hinaus aber seine administrative Bedeutung verloren.

Die Hauptattraktion der Stadt ist der Palast von Xudayar Khan, dem Herrscher, der den Thron dreimal verloren und wieder erobert hat. Der Palast ist auch als “Urda” bekannt und war einer der grössten in ganz Zentralasien. Er wurde von 1863 bis 1865 auf den Ruinen einer alten Festung errichtet.

Flugverbindungen: Kokand hat keinen eigenen Flughafen. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in der Stadt Fergana, etwa 100 km von Kokand entfernt.

Bahnverbindungen: Es gibt einen Bahnhof mit Verbindungen in die anderen Städte des Fergana Tals sowie nach Taschkent und von dort in die anderen Städte Usbekistans.

Allgemeine Informationen

  • Einwohnerzahl: 250.000 (2018)
  • Höhe über Meer: 409 m

Traditionelles Gericht

Reisende sollten in Kokand „Patyr Non“, das lokale Brot aus dem Tandoor-Ofen, probieren. Der Teig dieses Brotes basiert auf Milch und Butter. Das Brot ist hat einen relativ grossen Durchmesser, ist mit verschiedenen Mustern reich verziert und lange haltbar.