Navoi

Die Stadt Navoi (auch Navoiy oder Nawoj) ist das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz (der zweitgrössten Provinz Usbekistans) und liegt zwischen Buchara und Samarkand. Sie wurde nach Alisher Navoi benannt, der als Begründer der literarischen usbekischen Sprache gilt.

Die Stadt wurde erst 1958 gegründet, liegt aber direkt neben der historischen Stadt Karmana (Kermine), welche zu Zeiten des Buchara Emirats eine wichtige Rolle spielte. Der zweitletzte Emir von Buchara, Seid Abdulahad Khan, wurde in Karmana geboren und ist hier auch begraben. In der Stadt gab es ursprünglich zwei Residenzen der Buchara Emire, allerdings sind sie heute nicht mehr erhalten. Mittlerweile ist Karmana ein Vorort von Navoi.

Navoi ist ein anschauliches Beispiel für die sowjetische Planung der 1960er Jahre. Im Gegensatz zu den meisten anderen Städten finden sich hier keine traditionellen Lehmbauten; sowjetische Architektur dominiert. In der Nähe des Zentrums wurde ein künstlicher Badesee angelegt.

Obwohl die Stadt relativ klein ist, spielt sie als Industriestandort gleichwohl eine wichtige Rolle für die Wirtschaft Usbekistans. Ursprünglich wurde Navoi als Bergbauzentrum für Seltene Erde, Edelmetalle und Uran konzipiert. Heute ist Navoi zu eine Freihandelszone: Firmen, welche sich hier niederlassen sind von der Zahlung einiger Steuern befreit.  Die Dauer dieses Privilegs ist abhängig von der Höhe der Investition und liegt im Durchschnitt zwischen drei und sieben Jahren. Deshalb wurde hier ein Cargo Center gebaut, ein wichtiger Fracht-Hub für Uzbekistan Airways und Korean Air.

In der Provinz Navoi, in der Wüste Kizilkum, liegt die Stadt Seravshan, in deren Nähe sich die grosse Gold- und Uranlagerstätte «Muruntau» befindet. Gemessen an den weltweit bekannten Goldreserven liegt Usbekistan an vierter Stelle, gemessen an der Produktion an neunter Stelle. Während der Sowjetzeit siedelten sich viele russische Bergleute und Facharbeiter in Navoi an. Noch heute sieht man einen vergleichsweise hohen Anteil an ethnischen Russen.

Etwa 35 km von Navoi entfernt liegt an den Hängen der Nurata Bergkette das Museumsreservat Sarmyshsay. Das etwa 5’000 Hektar grosse Gebiet ist speziell bekannt für Felsmalereien (Petroglyphen), von denen die meisten aus der Bronzezeit stammen. Einzelne Malereien sollen aber bis zu 8’000 Jahre alt sein.

Flugverbindung: Die Stadt hat einen eigenen Flughafen, welcher aber grösstenteils für Frachtflüge genutzt wird. Für Passagiere bestehen lokale Verbindungen nach Taschkent und internationale Verbindungen nach Russland.

Eisenbahnverbindung: Von Navoi verkehren Züge in viele verschiedene Städte Usbekistans. Unter anderen hält hier der Schnellzug, welcher Buchara mit Samarkand und Taschkent verbindet.

Allgemeine Informationen:

  • Einwohnerzahl: 135’000 (2017)
  • Höhe über Meer: 365 m



Sehenswürdigkeiten

Rabat-i Malik Karawanserei


Berühmte Persönlichkeiten

Alisher Navoi – Der Begründer der literarischen usbekischen Sprache