Termez

Die Stadt Termez liegt in der Provinz Surkhandarya und ist die südlichste Stadt Usbekistans. Die Stadt, welche erst seit 1928 Termez heisst, hat eine sehr reiche Geschichte von mehr als 2’500 Jahren. Das historische Termez befindet sich etwa 7 km südlich vom heutigen Stadtzentrum, direkt am Fluss Amu Darya.

In der Nähe von Termez wurden die ältesten Belege menschlichen Lebens in Usbekistan gefunden. In einer Höhle entdeckten sowjetische Forscher im Jahre 1938 die Überreste eines Neandertaler Kindes, das vor ca. 70’000 Jahren gelebt haben muss. Ausserdem wurden verschiedene Höhlenmalereien entdeckt.

Im Jahre 329 v. Chr. wurde Termez von Truppen Alexander des Grossen erobert und erhielt den Namen Demetris. Vom 1. bis 3. Jahrhundert war es ein Teil des Königreiches Kushan und als Ta-li-mi bekannt. Zu dieser Zeit breitete sich der Buddhismus von Indien über Zentralasien und Afghanistan bis ins moderne China aus und wurde zeitweise zur Hauptreligion der Region. Noch heute können verschiedene historische Buddhistische Gebäude besichtigt werden. Ausserdem sind in Termez auch Gebäude des Zoroastrismus erhalten.

30 km westlich von Termez liegen direkt am Ufer des Amu Darya die Ruinen der antiken Siedlung Kampyrtepa. Sie ist jüngst durch eine Arbeit des usbekischen Archäologen Eward Rtveladze in die Schlagzeilen geraten. In seinem Artikel stellt er die These auf, dass Kampyrtepa in Wahrheit die von Alexander dem Grossen gegründete Stadt Alexandria Oxus sei. Er konnte nachweisen, dass sich unterhalb der bisher bekannten Gebäude aus der Zeit des Kuschan Imperiums (1.-3. Jahrhundert) eine weitere Kulturschicht mit Gebäuden aus dem 4. Jahrhundert vor Christus befindet. Dies würde zeitlich zu den Eroberungszügen Alexanders passen. Die Theorie ist umstritten; viele Wissenschaftler gehen noch immer davon aus, dass sich Alexandria Oxus an der Stelle der antiken Siedlung Ai Khanoum im heutigen Afghanistan am linken Ufer des Amu Darya befand.

Eine Blütezeit erlebte Termez während der sowjetischen Intervention in Afghanistan von 1979 bis 1989. Aufgrund ihrer Lage direkt an der Grenze zu Afghanistan nutzte die Sowjetische Armee die Stadt als Basis für ihre Feldzüge. Viele Soldaten lebten mit ihren Familien in der Stadt und nutzten während des Fronturlaubes die kulturellen Angebote der Stadt. Es gab eine Philharmonie, viele Restaurants sowie Spiel- und Sportmöglichkeiten für die Kinder. Die lokale Bevölkerung erzielte zusätzliches Einkommen durch den Schmuggel von Waren aus Afghanistan. Durch die Anwesenheit der Armee bot der lokale Zentralmarkt ein so reichhaltiges Angebot, dass Kunden sogar aus Samarkand oder Duschanbe anreisten.

Nach dem Ende des Afghanistankrieges 1989 und dem Zerfall der Sowjetunion hatte Termez mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Die Militärbasis wurde aufgegeben und mit dem Wegzug der Soldaten gingen auch viele Arbeitsplätze verloren.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist al-Hakim at-Termizi, ein islamischer mystischer Denker und Autor zahlreicher Werke über verschiede Fragen zum Verhältnis zwischen Gott, dem Kosmos und dem Menschen. Daneben gilt er auch als berühmter Sammler von Hadithe (Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed). Sein Grabmausoleum gilt als eine der Sehenswürdigkeiten von Termez.

Die Stadt liegt am Fluss Amu Darya, welcher die Grenze zwischen Usbekistan und Afghanistan bildet. Einige Kilometer östlich der Stadt wurde während der Sowjetzeit die Brücke der Freundschaft gebaut, der einzigen Verbindung zwischen den beiden Nachbarländern.

Flugverbindungen: Termez hat einen Flughafen, von welchem Flüge nach Taschkent sowie nach Russland angeboten werden.

Eisenbahnverbindungen: Es existiert eine Verbindung per Nachtzug von und nach Taschkent (mit Halt in Samarkand und Karschi).

Allgemeine Informationen:

  • Einwohnerzahl: 140’000 (2018)
  • Höhe über Meer: 306 m