Schon in jungen Jahren bewies Timur sein Engagement für die Traditionen der Steppennomaden; er war ein guter Reiter und ein ausgezeichneter Bogenschütze. In einer Schlacht wurde Timur von Pfeilen getroffen und am rechten Arm und rechten Bein verletzt. Dies führte zu einer Lähmung für den Rest seines Lebens. Seine Feinde nannten ihn deshalb Temur-i-leng, was auf Persisch „Timur der Lahme“ bedeutet. Im Westen ist er deshalb auch als Tamerlan bekannt.

Im Alter von 25 Jahren wird Timur Gouverneur des modernen Shahrisabz (ehemals Kesh). Timur heiratet die Schwester des damaligen Herrschers Amir Husayn; eine weitsichtige Verbindung, die sein Ansehen in der sozialen Hierarchie erhöhte.

Nachdem Amir Husayn im Jahre 1370 ermordet wurde, erkannte der lokale Adel Timur als legitimen Nachfolger und neuen Herrscher an. Timur beginnt unverzüglich mit Eroberungszügen. Innerhalb von 35 Jahren formt er so ein Reich, welches ursprünglich „Reich von Timur“ und später „Reich der Timuriden“ genannt wurde. Aufgrund der Nähe zu Shahrisabz und der strategisch günstigen Lage machte Timur Samarkand zu seiner Hauptstadt. Obwohl er selten anwesend war, beschloss er, die Stadt mit einzigartigen Architekturdenkmälern zu schmücken. Er liess nicht nur die Kriegsbeute nach Samarkand bringen, sondern auch Architekten und Handwerker aus verschiedenen Ländern. Fortan wurden auch andere Städte seines Reiches mit architektonischen Meisterwerken geschmückt.

Die Hauptwaffe seiner militärischen Fähigkeiten waren Mobilität und Überraschung. Timur wusste, wann er sich zurückziehen musste und wie man geduldig auf den günstigen Moment wartet, in dem man mit einem Schlag das Ergebnis einer Kampagne zu seinen Gunsten entscheiden kann.

Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste das Gebiet seines Reiches neben Zentralasien auch Afghanistan, Pakistan, einen Teil Indiens, den Iran, den Irak, den gesamten Kaukasus (Armenien, Georgien, Aserbaidschan), Syrien sowie einen Teil der Türkei. Timur starb in Otrar (Kasachstan), als er auf dem Weg war, Teile von China zu erobern. Er wurde in Samarkand im Gur-Emir-Mausoleum beigesetzt.

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