Ulugbek (1394-1449)

Ulugbek (1394-1449)

Mirza Muhammad Tariq ibn Shah-Rukh Ulugbek wurde am 22. März 1394 in Soltanije im heutigen Iran geboren. Er war ein Timuriden-Fürst und ist vor allem aufgrund seiner Leistungen als Astronom bekannt. Ulugbek war der Enkel Timur und Sohn von Timurs viertem Sohn Shah-Rukh.

Nach Timurs Tod im Jahre 1405 brach unter dessen Nachkommen ein zweijähriger Erbfolgestreit aus, bei dem sich schliesslich Shah-Rukh durchsetzen konnte. Er wählte in der Folge Herat im heutigen Afghanistan als Hauptstadt und setzte seinen damals erst 15-jährigen Sohn Ulugbek als Statthalter in Samarkand ein.

Schon in jungen Jahren zeigte sich, dass er nicht die kriegerischen Gene seines Grossvaters geerbt hatte. Ulugbek interessierte viel mehr für die Wissenschaft: Er studierte Mathematik und Astronomie, aber auch Kunst, Poesie und den Koran. In Samarkand, Bukhara und Gijduvan liess er Schulen (Medresen) bauen und lud die bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit ein. Gleichzeitig ermöglichte er aber auch talentierten Studenten aus armen Verhältnissen ein Studium an seinen Schulen.

Ulugbek war nicht nur Förderer der Wissenschaft, sondern arbeitete auch selbst an seinen Werken. Im Jahre 1428 liess er sein berühmtes Observatorium bauen. Im Rahmen seiner Forschungen gelang es ihm, die Schiefstellung der Erdachse präzise zu vermessen. Ausserdem berechnete er die Länge des astronomischen Jahres auf weniger als eine Minute genau; die zu dieser Zeit genaueste je gemachte Berechnung. Ulugbek führte auch die Arbeiten von Ptolomäus und al-Khwarizmi weiter und erstellte einen Sternenkatalog mit den exakten Positionsangaben von etwa 1’000 Sternen. Sein Observatorium ermöglichte ihm dabei eine bis dahin unbekannte Präzision. In Europa sollte es weitere 100 Jahre gehen, bis eine ähnliche Genauigkeit erreicht wurde.

Weniger Erfolgreich war Ulugbeks Wirken als Herrscher. Nach dem Tod seines Vaters kam es zu weiteren Erbfolgestreitigkeiten. Sämtliche Nachkommen von Shah-Rukh waren involviert und Ulugbek konnte sich nicht einmal der Loyalität seines eigenen Sohnes sicher sein. Ausserdem war Ulugbek bei der lokalen Geistlichkeit nicht beliebt, da er die Wissenschaft über den Glauben (und vermutlich auch über seine Pflichten als Herrscher) stellte. Diese inneren Unruhen nutzten die einfallenden Usbeken aus, die den westlichen Teil des Reiches erobern konnte. Auf Anstiftung der lokalen Geistlichkeit wurde Ulugbek in der Folge von seinem eigenen Sohn Abd al-Latif abgesetzt und auf eine Pilgerreise nach Mekka geschickt. Er sollte sein Ziel nie erreichen: Unterwegs wurde er verhaftet und am 27 Oktober 1449 ermordet. Man vermutet, dass dies auf Anordnung seines Sohnes geschah. Der Leichnam wurde nach Samarkand gebracht und später im Gur-Emir Mausoleum seines Grossvaters bestattet.

Ulugbeks Observatorium wurde in der Folge zerstört, allerdings gelang es einem seiner Schüler, Ali Qushji, einen Teil der Werke Ulugbeks zu retten.

Ulugbek wurde mehrfach geehrt. Unter anderem wurden ein Mondkrater und ein Asteroid nach ihm benannt. Ausserdem gibt es mehrere Statuen von ihm, unter anderem in Samarkand und Riga. Im Jahre 1987 wurde in der Sowjetunion eine Briefmarke mit dem Abbild Ulugbeks herausgegeben.


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