Im Jahr 1220 wurde die Stadt von Truppen Dschingis Kahns erobert und vollständig zerstört. In der Folge wurde der alte Standort aufgegeben und etwa einen Kilometer südlich eine neue Stadt gebaut. Die antike Siedlung wurde fortan nicht mehr bewohnt. Erst nach der Gründung der neuen Stadt wurde die antike Stadt Afrasiab genannt, nach dem legendären König von Turan aus einem Gedicht des persischen Dichters Ferdowsi.

Ausgrabungen begannen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und dauern bis heute an. Archäologische Forschungen haben gezeigt, dass es sich um eine Stadt mit einem umfangreichen Kanalisations- und Sanitärsystem, öffentlichen Bädern, reichen Palästen und Wohnhäusern handelte. Man geht ausserdem davon aus, dass es viele Töpfereiwerkstätten gab.

Afrasiab-Museum

Im Jahre 1912 wurde ein Palastkomplex entdeckt, der seit 1965 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Palast bestand aus 30 Zimmern auf zwei Stockwerken und gehörte entweder dem damaligen Herrscher oder zumindest einem hohen Beamten. Berühmt ist der Palast für die Fresken an den Wänden eines quadratischen Raums von 11 x 11 Metern. Jede Wand ist anders bemalt und veranschaulicht das Leben und die Kultur des antiken Reiches Sogdiana. Sie zeigen die folgenden Motive:

  • Den Empfang von ausländischen Botschaftern
  • Eine Hochzeitszeremonie oder eine Gedenkfeier (die Meinungen gehen auseinander)
  • Eine Szene aus dem Leben der chinesischen Zivilisation (was auf ein mögliches Bündnis mit China hindeutet)
  • Eine Szene, welche entweder Indien oder das zoroastrische Paradies darstellt

Die Fresken wurden vermutlich von Eroberern teilweise absichtlich beschädigt; die Augen wurden herausgekratzt und Gesichter verunstaltet.

Afrasiab museum Samarkand
Afrasiab-Museum

Heute befinden sich die Fresken im archäologischen Museum von Afrasiab, welches unweit des Palastes liegt. Das Museum enthält ausserdem eine Sammlung von archäologischen Objekten, die bei Ausgrabungen in Afrasiab gefunden wurden und damit aus der Zeit zwischen dem 8. Jahrhundert vor Christus und 1220 stammen.

Bis heute ist die alte Siedlung unbewohnt. Auf dem Gebiet liegen ein grosser Friedhof aber auch Baudenkmäler wie der Shahi-Zinda Komplex, das Mausoleum des Propheten Daniel und die Moschee von Hazrat-Khizr, in deren Nähe der erste Präsident Usbekistans begraben wurde.


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