Shahrisabz

Shahrisabz liegt in der Provinz Kashkadarya auf einer Höhe von 650 Metern über dem Meeresspiegel. Die Stadt war ursprünglich als Kesch bekannt, ist etwa 2’700 Jahre alt und wurde auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Das Zentrum der antiken Stadt Kesch befand sich etwa 12 Kilometer nördlich des heutigen Stadtkernes auf dem Gebiet des heutigen Vorortes Kitab. Bei der Invasion der Mongolen wurde die alte Stadt fast vollständig zerstört. Statt ihre Heimat wiederaufzubauen, beschlossen die Bewohner, die Stadt etwas weiter südlich neu zu gründen.

Die Stadt ist eng mit dem Namen Amir Timur (im Westen auch als Tamerlan bekannt) verbunden. Der grosse General und Eroberer wurde in der Nähe der Stadt im Dorf Khodja Ilgar geboren. Er entstammte dem im 13. Jahrhundert eingewanderten Nomadenstamm der Barlas, der sich in der Region niederliess und assimilierte. Timur verbrachte seine Kindheit und Jugend in Shahrisabz und begann hier auch seine politische Karriere.

Nachdem Timur im 14. Jahrhundert seine Macht ausbauen konnte, überlegte er sich kurzzeitig, Shahrisabz zu seiner Hauptstadt zu machen. Er entschied sich dann aber aufgrund der besseren Lage für Samarkand. Gleichwohl vergass er seine alte Heimat nicht. Er liess dort seinen grössten Palast Ak Saray bauen, welcher in Folge zu seiner Sommerresidenz wurde. Ausserdem wurden auf seine Anordnung hin ausgedehnte Gärten angelegt. Die Stadt, welche bis zu diesem Zeitpunkt immer noch Kesch geheissen hatte, wurde nun in Shahrisabz (persisch für «grüne Stadt») umbenannt. Ausserdem sind in der Stadt Timurs Vater und zwei seiner Söhne begraben. Für Timur selbst wurde ebenfalls eine einfache Krypta vorbereitet; allerdings wurde er nach seinem Tod nicht dort, sondern im Gur Emir Mausoleum in Samarkand bestattet.

Schon zu Beginn seiner Herrschaft versammelte Timur in Shahrisabz viele Handwerker, welche mit dem Bau von Palästen, Moscheen und Mausoleen beauftragt wurden. Er liess die Stadt von einer steinernen Festungsmauer umgeben, welche von halbkreisförmigen Türmen flankiert und von Gräben umgeben waren. Die 4 Stadttore befanden sich auf den Achsen; von den Toren aus gab es zwei Hauptverkehrswege durch die Stadt, welche sich in der Mitte kreuzten. So wurde die Stadt in vier Sektoren unterteilt. Am südöstlichen Tor befand sich ein Friedhof mit einem zeremoniellen Komplex mit Kultbauten. Am nordöstlichen Tor liess Timur seinen Palast Ak Saray bauen. Der nordwestliche Sektor wurde von Geistlichen bewohnt, während der südwestliche Teil der Stadt das Handwerksviertel war. Im Zentrum der Stadt befanden sich Märkte und andere öffentliche Gebäude.

Sharisabz war nicht nur ein Handels- und Handwerkszentrum, sondern auch eine Stadt der Wissenschaft und der Kultur. 1404 besuchte der kastilische Botschafter Rui Gonzalez de Clavijo Shahrisabz und beschrieb die Stadt wie folgt: «Die Stadt stand auf einer Ebene, es gab viele Bäche und Kanäle auf allen Seiten, und sie war von vielen Gärten und Häusern umgeben. Die Stadt war von einem Wall und einem tiefen Graben umgeben und an den Eingängen befanden sich Hubbrücken.»

Nach dem Untergang des Timuridenreichs verlor Shahrisabz an Bedeutung. Von Ende des 18. Jahrhunderts bis 1920 war die Stadt Teil des Buchara Emirats.

Der Palast Ak Saray wurde im 16. Jahrhundert durch den Emir von Buchara Abdullah II. zerstört. Für den Grund seines Handelns gibt es verschieden Legenden. Unter anderem sagt man, dass Abdullah II auf dem Weg nach Shahrisabz den Palast bereits von weitem sah und davon ausging, dass er sein Ziel bereits beinahe erreicht hatte. Deshalb gönnte er seinem Lieblingspferd keine Pause mehr, sondern trieb es im Gegenteil so sehr an, dass es starb. Der Emir war über den Verlust so in Rage, dass er die Zerstörung des Palastes anordnete. Ob diese Geschichte wahr ist, lässt sich nicht ermitteln. Vermutlich hatte die Zerstörung einfach den Hintergrund, dass Abdullah II. selbst als der grösste Herrscher in die Geschichte eingehen wollte und deshalb das Erbe Timurs nicht duldete.

Heute ist die Stadt bekannt für ihre Teppichweberei und die Stickerei-Meister. In den lokalen Souvenirläden finden Sie Stickereien, Taschen und traditionelle Kopfbedeckungen.

Flugverbindungen: Shahrisabz hat keinen Flughafen. Der nächste Flughafen befindet sich in Samarkand, etwa 90 km nördlich von Shahrisabz.

Bahnverbindungen: Es gibt eine Zugverbindung nach Samarkand und von dort aus in die anderen Städte Usbekistans.

Anfahrt mit dem Auto oder Bus: Die meisten Touristen kommen per Fahrzeug in die Stadt. Samarkand ist etwa 90 km entfernt und über den landschaftlich eindrucksvollen Tachta Karatch-Pass erreichbar. Allerdings ist die Route für grössere Reisebusse zu eng. Diese müssen das Gebirge umfahren; die Distanz beträgt dann ca. 150 km.

Der Provinzhauptort Karshi liegt etwa 100 km entfernt. Von dort erreicht man nach weiteren 160 km Buchara.

Allgemeine Informationen:

  • Einwohnerzahl: 116’000 (Stand 2018)
  • Höhe über Meer: 632 m


Sehenswürdigkeiten

Ak-Saray Palast

Dorut-Tilowat Komplex (Kok-Gumbaz Moschee)

Dorus Siadat Komplex (Hazrat Imam)


Berühmte Persönlichkeiten

Amir Timur (Tamerlane) – Der Eroberer des Ostens