Mizdakhan

Mizdakhan ist eine alte Nekropolis in Karakalpakstan. Der Komplex befindet sich in der Stadt Khojayli, etwa 10 km von Nukus entfernt. Der Name der Stadt, welcher übersetzt «Ort der Pilger» bedeutet ist mit dem alten Komplex Mizdakhan verbunden.

Tausende von Pilger, die diesen Ort besuchen, glauben, dass sich hier das Grab Adams befindet, über dem ein Mausoleum errichtet wurde. Der Legende nach fällt jedes Jahr ein Ziegel aus den alten Mauern und wenn der letzte Ziegel fällt, soll das Ende der Welt kommen. Dadurch hat sich die Tradition entwickelt, dass Pilger beim Besuch einen kleinen Turm aus sieben Steinen zu bauen. Es kann nicht mehr nachvollzogen werden, wieso es immer sieben Steine sein sollen, aber die Tradition wird trotzdem fortgeführt. Die Pilger erhoffen sich dadurch ein langes Leben und die Erfüllung ihrer Wünsche. Es soll ausserdem Unglück bringen, einen Ziegelstein mitzunehmen oder das Türmchen eines anderen Pilgers zu beschädigen. Das Mausoleum selbst steht momentan noch zur Hälfte, weshalb das Ende der Welt noch nicht nahe ist.

Mit der Zeit wurden um das Grab Adams mehr und mehr Gräber angelegt, so dass der Komplex mittlerweile eine grosse Nekropolis ist.

Vor der arabischen Invasion war das Gebiet des modernen Karakalpakstan von zoroastrischen Traditionen geprägt. Die Legende vom Grab Adams kommt deshalb vermutlich aus der zoroastrischen Mythologie. Der vom Gott Ahura Mazda gezeugte Urmensch Gayomart ist vergleichbar mit Adam aus dem christlichen Glauben und könnte nach altem Glauben an der Stelle begraben sein. In der persischen Mythologie gilt er als Vater aller persischen Völker.

Legenden von Mizdakhan – Das Mausoleum von Mazlumkhan Sulu

Der gesamte Komplex von Mizdakhan besteht aus drei Hügeln. In der Nekropole verteilen sich verschiedene Mausoleen.

Das Mausoleum von Mazlumkhan Sulu ist architektonisch originell, da das Gebäude im Boden versunken scheint und nur die Kuppeln und das Dach sichtbar sind. Die Legende besagt, dass Mazlumkhan Sulu die Tochter eines lokalen Herrschers war. Sie war in einen einfachen Architekten verliebt, aber ihr Vater stellt die Bedingung, dass er diese Liebe nur akzeptieren werde, wenn der junge Mann es schaffe, die Kuppel des Gebäudes über Nacht fertigzustellen. In seiner Liebe meisterte der Architekt die Aufgabe. Allerdings brach der Herrscher sein Versprechen. Das junge Paar traf sich danach heimlich in der Nacht, kletterte auf die Kuppel und sprang in den Tod. Daraufhin öffnete sich die Erde und verschluckte den grössten Teil des Gebäudes. Der reuige Herrscher erkannte seinen Fehler und liess das junge Paar gemeinsam in diesem Mausoleum begraben.

Legenden von Mizdakhan – Das Mausoleum von Shamun Nabi

Auf dem Gelände des Mizdakhan-Komplexes befindet sich das Mausoleum von Shamun Nabi, das aus sieben Kuppeln besteht. Er wird von vielen Leuten als wichtiger Heiliger verehrt. Der Legende nach war er ein Prediger, dar lange vor Ankunft des Islams nach Choresmien kam und über das Kommen des wahren Glaubens predigte. In einer Geschichte fordert er den ungläubigen König Giaur zum Duell. Während des Kampfes warf der König einige runde Körner und Shamuns Füsse, worauf dieser ausrutschte und vor dem König auf die Knie fiel. Bevor Giaur jedoch Zeit hatte, seinem Gegner den Kopf abzuschlagen, wurde er von Shamuns Hund angefallen, der das Unglück gespürt und einen Tunnel auf das Schlachtfeld gegraben hatte und seinem Herrn zu helfen. Giaur starb durch den Biss des Hunds; Shamun aber konnte die Schande des Kniens nicht ertragen und schnitt sich seine Beine oberhalb der Knie ab. Der Legende nach, soll Allah ihm seine Beine beim jüngsten Gericht wieder zurückgeben.

Einer anderen Legende nach wächst das Grab von Shamun-Nabi immer weiter, was bei Heiligen in Zentralasien kein seltenes Phänomen ist. Der Sarkophag misst heute 25 Meter.

Legenden von Mizdakhan – Jumart Kassap

Ein lokaler Aberglaube ist mit dem kleinen Hügel Jumart Kassap verbunden. Jeweils donnerstags im Morgengrauen steigen Frauen, die nicht schwanger werden können, auf den Hügel und rutschen oder «rollen» wieder nach unten.


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