Samarkand – Rom des Ostens

Eine der bekanntesten Städte Usbekistans ist das majestätische Samarkand. Die Stadt, welche in vielen historischen Quellen erwähnt wird, ist etwa 2’750 Jahre alt und gilt als “Rom des Ostens”, da hier viele Zweige der Grossen Seidenstrasse zusammentreffen.

Es gibt mehrere Versionen über die Herkunft des Namens Samarkand. Eine Legende spricht von Samara, der das Land geerbt hat und ein Dorf („kent“) mit seinem Namen gegründet hat. In einer anderen Version wurde die Stadt von einem König namens Samar gegründet, wo sich später ein türkischstämmiger Clan namens „Kand“ niederliess. Mahmud al-Kashgari, der im 11. Jahrhundert seine berühmte „Sammlung der Sprachen der Turkvölker“ verfasst hat, leitete den Namen der Stadt vom „Semizkent“ ab, was mit „eine reiche Stadt“ übersetzt wurde. In griechischen und römischen Quellen wird die Stadt als Marakanda erwähnt.

Der älteste Teil von Samarkand ist die alte Siedlung Afrasiab, die sich auf einem 220 Hektar grossen Hügel befindet. Das Leben blühte hier vom 8. Jahrhundert vor Christus bis zur mongolischen Invasion im Jahre 1220. In diesem Jahr wurde die Stadt von den Truppen Dschingis Khans erobert und zerstört. Die Ruinen wurden aufgegeben und in der Folge verlagerte sich das Leben nach Süden, wo eine neue Stadt errichtet wurde. Das ursprüngliche Siedlungsgebiet, welches erst seit etwa dem 18. Jahrhundert Afrasiab genannt wird und damit den Namen des legendären Königs von Turan trägt, geriet in Vergessenheit. Noch heute gibt es auf dem Gebiet keine Wohnbauten, sondern einen grossen Friedhof. Auch der berühmte Komplex Shahi-Zinda befindet sich auf dem Gebiet von Afrasiab.

Samarkand war sowohl Hauptstadt des sogdischen Staates (auf dem heutigen Gebiet von Usbekistan und Tadschikistan) bis zum 10. Jahrhundert, als auch des timuridischen Reiches, welches im 14. und 15. Jahrhundert blühte. Im 19. Jahrhundert wurde Samarkand Teil des Generalgouvernements Turkestan; die Stadt geriet unter den Einfluss der Architektur des zaristischen Russlands. Gebäude aus dieser Zeit stehen immer noch. Nach der Gründung der usbekischen Sowjetrepublik im Jahre 1924 wurde Samarkand die erste Hauptstadt und hatte diesen Status bis 1930 inne.

Die Stadt ist geprägt durch Baudenkmäler aus der Zeit des timuridischen Reiches. Es war eine Epoche, in der majestätische und aussergewöhnliche architektonische Konstruktionen gebaut wurden. Eines der berühmtesten Ensembles ist der Registan-Platz, welcher von drei wunderschönen Medresen eingerahmt ist.

Die historischen Bauten verteilen sich über die ganze Stadt, weshalb für die Besichtigung ein Fahrzeug von Vorteil ist. Infolge dieser Dezentralisierung sind auch Hotels und Restaurants über die ganze Stadt verteilt.

Festival: Alle zwei Jahre findet auf dem Registan Platz das „Sharq Taronalari“ Festival statt, was “Melodien des Orients” bedeutet. Dieses Musikfestival findet üblicherweise im August statt.

Flugverbindungen: Samarkand hat einen internationalen Flughafen, welcher aus diversen Städten in Russland, aber auch aus Istanbul angeflogen wird. Lokale Flüge gibt es nach Taschkent.

Eisenbahnverbindungen: Der Bahnhof von Samarkand bietet schnelle und komfortable Verbindungen nach Taschkent, Buchara und Karshi an. In andere Städte verkehren Bummelzüge.

Allgemeine Informationen:

  • Einwohnerzahl: 540’000 (2019)
  • Höhe über Meer: 720 m


Sehenswürdigkeiten

Afrasiab

Bibi-Chanum Moschee

Grab des heiligen Daniel

Gur Emir Mausoleum

Observatorium von Ulugbek

Registan-Platz

Seidenpapierwertkstatt Koni Gil

Sher-Dor Medrese

Shahi-Zinda

Tilya-Kori Medrese

Ulugbek Medrese


Interessante Informationen

Traditionelle Gerichte von Samarkand

Was man in Samarkand unbedingt machen sollte


Berühmte Persönlichkeiten

Amir Timur (Tamerlane) – Der Eroberer des Ostens

Sadriddin Aini – Der Begründer der tadschikischen Literatur

Ulugbek – Der hervorragende Astronom