Chor Bakr

Chor Bakr ist eine Nekropolis im Vorort Sumitan, etwa 7 km vom historischen Zentrum von Buchara entfernt. Das erste Bauwerk wurde im 10. Jahrhundert auf Geheiss des damaligen Samaniden-Herrschers Mansur son Nukh errichtet. Es war die Grabstätte für Abu Bakr Said, ein Nachkomme des Propheten Mohammed, der im Jahr 970 verstarb.

Der Name «Chor Bakr» (vier Bakr) soll sich entweder auf vier Personen mit dem Namen «Bakr» oder auf vier Brüder beziehen. Allerdings ist nur von zweien bekannt, dass Sie hier beerdigt wurden. Je nach Quelle ist es ausserdem unklar, ob es sich bei den beiden effektiv um Brüder oder aber um Vater und Sohn handelte.

Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert diente das Areal der lokalen Bevölkerung als Friedhof, war aber bedeutend kleiner als heute (etwa ein Zehntel der heutigen Fläche). Der Hauptteil der Anlage wurde im 16. Jahrhundert errichtet, als die Sufi-Bruderschaft von Bahauddin Naqshbandi an Einfluss gewann. Viele der spirituellen Führer, die als Scheiche bezeichnet werden, stammten aus dem Clan der Djuibari (benannt nach dem Ort ihrer Herkunft). Zwei Vertreter der Familie, Khodjah Djuibari und (nach dessen Tod) sein Sohn Khodjah Kalon, waren Ratgeber von Abdullah Khan, dem damaligen Herrscher aus der Dynastie der Scheibaniden. Die Djuibari führten Ihre Abstammung auf Abu Bakr Said und damit direkt auf den Propheten Mohammed zurück. Nach dem Tod von Khodjah Djuibari wurde er auf dem Areal von Chor Bakr bestattet. Dieses entwickelte sich in der Folge zur repräsentativen Familiengrabesstätte der Djuibari-Scheiche.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden weitere Gebäude gebaut, zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Das Zentrum der Anlage bildet ein Ensemble aus fünf verschiedenen Teilen. Als erstes wurde im Jahre 1571 eine Chanaka fertiggestellt. Dabei handelt es sich um eine Herberge für Pilger, welche die Gräber besuchten. An der Chanaka angeschlossen wurden gegen Ende des 16.  Jahrhunderts eine kleine Medrese sowie eine Moschee mit einer einzigartigen Kuppelkonstruktion. Die drei Gebäude sind U-förmig angeordnet und bilden dadurch eine Art Innenhof. Zentral vor diesem Innenhof steht ein kleines Minarett. Abgeschlossen wird das Ensemble von einem Wasserbecken («Khauz»), welches leicht versetzt vor der Moschee liegt.

Den Rest der etwa drei Hektar grossen Anlage nehmen vor allem Gräber ein. Viele davon sind als «Chasira» errichtet. Die Gebäude stehen dabei auf einem festen Fundament, haben gemauerte Wände und ein dekoriertes Eingangsportal. Die Gebäude sind teilweise auch mit rituellen Elementen wie Vorräumen und Gebetsnischen (Mihrab) versehen. Der Unterschied zu den sonst üblichen Mausoleen ist das fehlende Dach. Es wird vermutet, dass hier ursprünglich die Riten der damals noch jungen Religion Islam mit der Tradition des zuvor herrschenden Zoroastrismus verbunden wurden, bei der Himmelsbestattungen üblich waren.

Das Grab von Abu Bakr Said liegt nördlich des Zentrums und wird durch einen etwa 50 Meter langen gemauerten Gang erreicht.

Nördlich der Anlage liegt ein schöner Garten mit Obstbäumen, Pappel und Weiden, aber auch Blumenbeeten mit Rosen. Von Buchara führen zwei etwa 5 km lange Kanäle zum Garten, um diesen zu bewässern. Entlang dieser Kanäle wachsen ebenfalls Bäume. Der Legende nach wurden diese gepflanzt, damit Abdullah Khan in deren Schatten Chor Bakr erreichen konnte.

Seit 2008 ist Chor Bakr als UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen, bisher aber noch nicht bestätigt.


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