Kalon Moschee

Die Kalon Moschee ist die grösste Moschee Bucharas und die zweitgrösste Moschee Zentralasiens (nach der Bibi Khanum Moschee in Samarkand). Sie ist Teil des Poi Kalon Ensembles und steht im gegenüber der Mir-i Arab Medrese.

Bereits kurz nach der arabischen Invasion im Jahre 709 wurden in Buchara erste Moscheen gebaut. Eine erste Moschee wurde 712 innerhalb der Zitadelle Ark fertiggestellt. Mit der fortschreitenden Islamisierung der Bevölkerung wurde diese Moschee jedoch zu klein, so dass im Jahr 770 ausserhalb der Zitadelle eine neue, grössere Moschee errichtet wurde. Im 10. Jahrhundert stürzte diese Moschee während des Freitagsgebets ein: unzählige Menschen starben, so dass die Strassen von Buchara als leer bezeichnet wurden.

In der Folge wurde die Moschee mehrfach wiederaufgebaut und zerstört, sei es durch Kriege, Feuer oder Konstruktionsfehler. Im frühen 12. Jahrhundert wurde liess Arslan Khan eine Moschee errichten, zu welcher auch das Kalon Minarett erbaut wurde. Diese Moschee überlebte bis zur mongolischen Invasion im Jahre 1220. Während das Minarett verschont wurde, brannten die Mongolen die Moschee nieder. Gerüchteweise soll Dschingis Khan aufgrund der Grösse davon ausgegangen sein, dass es sich bei der Moschee um den Palast der Herrscherfamilie handelte.

In der Folge blieben die Ruinen mehr als 200 Jahre unberührt. Erst zur Zeit der Timuriden begann man mit dem Bau einer neuen Moschee. Inwieweit die Arbeiten fortschritten kann nicht mehr nachvollzogen werden. Der Bau wurde erst im 16. Jahrhundert während der Herrschaft der Schaibaniden fertiggestellt. Er weist aber Elemente auf, die typisch für die Architektur der Timuriden sind.

Die Aussenmasse der Kalon Moschee betragen ca. 127 mal 78 Meter und sind damit etwa ein Viertel kleiner als jene der Bibi Khanum Moschee. Gleichwohl bot die Moschee damit Platz für bis zu 10’000 Personen. Der Innenhof misst ca. 78 mal 39 Meter und ist damit im Verhältnis 2:1 aufgebaut. Die Gebetsräume werden von einem Dach überdeckt, das auf 288 flachen Kuppeln besteht, die allerdings nur von Oben sichtbar sind. Getragen wird das Dach von insgesamt 208 Säulen. Der Innenhof wird dabei von einer Umgehungsgalerie umgeben. Die Dekoration besteht aus einer Vielzahl von geometrischen und pflanzlichen Mustern aus Majolika, Mosaik und glasierter Terrakotta.

Noch heute wird die Moschee zum Gebet genutzt: Allerdings beschränkt sich dies auf einen kleinen Teil, sodass die Moschee für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Schuhe müssen beim Besuch nicht ausgezogen werden. Einzig am Freitag nehmen mehr Leute am Gebet teil, weshalb die Moschee während zwei Stunden (12.00-14.00 Uhr) für andere Besucher geschlossen ist.


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